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Trennung nach Begnadigung

Von Daniel Frey | 9. Juni 2010

Nicht nur die lesbischwule Presse hat darüber berichtet: Steven Monjeza (26) und Tiwonge Chimbalanga (20) haben sich als erstes schwules Paar in Malawi Ende Dezember in einer öffentlichen Zeremonie das Ja-Wort gegeben und waren direkt danach festgenommen worden. Beide wurden zu 14 Jahren Haft verurteilt, aber anschliessend – dank Druck internationaler Schwulen- und Lesbenorganisationen – vom Staatspräsidenten begnadigt.

Für Diejenigen, die – wie ich – in der Schule in Geografie einen Fensterplatz hatten: Malawi ist ein Binnenstaat in Südostafrika mit etwa 13 Millionen Einwohner, die Hauptstadt ist Lilongwe. Und: Homosexualität ist in Malawi verboten.

Gemäss Meldungen von verschiedenen Nachrichtenagentur haben sich die Beiden nun getrennt. Steven Monjeza sagte gegenüber der Presse, er sei jetzt in eine Frau verliebt, mit der er seine Zukunft plane. Und sein Partner Tiwonge Chimbalanga? Er erklärte, dass niemand gezwungen worden sei, an der symbolischen Hochzeit im Dezember teilzunehmen. Sein “ehemaliger Partner” Monjeza sei nach der Gefängnistrafe und der Begnadigung jedoch von Verwandten gezwungen worden, ihn zu verlassen und mit einer Frau zusammen zu sein.

In einem Land, das Homosexualität verbietet, bleibt den Beiden wohl keine andere Möglichkeit als die Zwangshomosexualität …

Die Website kreuz.net veröffentlicht “katholische Nachrichten” und hat zur traurigen Geschichte von Steven und Tiwonge eine eigene Version veröffentlicht, die eine Meisterleistung der Verdrehung von Tatsachen ist: “Eine von Homo-Ideologen gefeierte sodomistische Paarung im afrikanischen Staat Malawi ist glücklicherweise auseinander gebrochen. … Steven Monjeza, einer der zwei angeblich Homosexuellen, ist mit der hübschen Dorothy durchgebrannt.” kreuz.net meint zudem, dass die “Homo-Propogandazwalze dicke Krokodilstränen geheult”, der “Schwindel aber nicht lange gehalten” habe.

Einigermassen denkende Menschen können diese Verdrehungen der Tatsachen wohl sicher durchschauen. Eine bodenlose Frechheit ist aber der Schlusssatz des Artikels auf kreuz.net: “Die Homo-Unzucht ist in den meisten der 53 afrikansichen Staaten aufgrund der dort herrschenden fortschrittlichen Gesetzgebung ein Verbrechen.”

Wie bitte? Fortschrittliche Gesetzgebung? Ob die Schreiberlinge von kreuz.net sich selber ernst nehmen? Ich befürchte ja …

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