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Ferienzeit – Reisezeit
Von Daniel Frey | 4. Juli 2010
Ferienzeit heisst auch Reisezeit! Wohin in den Ferien? Möglichst weit weg? Bei der Reiseplanung sollte es uns Schwulen und Lesben alledings bewusst sein, dass Homosexualität in fast 70 Ländern dieser Welt unter Strafe steht.
Die ILGA hat in einer Studie zur rechtlichen Situation von Lesben und Schwulen festgestellt, dass die Staaten Osteuropas die Schlusslichter sind, wenn es um Schutz und Gleichstellung geht: Die Ukraine, Russland, die Türkei, Moldawien und Weissrussland führen die negative Statistik an. Polen, Zypern, Malta, Italien und Griechenland sowie Litauen bieten ebenfalls alles andere als eine “freundliche Atmosphäre” für gleichgeschlechtliche Paare – geschweige denn rechtliche Absicherung oder Anerkennung. In Lettland wird sogar mit Gesetzesbeschlüssen versucht, Homosexualität aus der Öffentlichkeit zu verbannen.
Ausserhalb Europas sieht es noch trister aus. Während etwa in Liberia für homosexuelle Handlungen eine Geldstrafe droht, muss man im Libanon oder in Nepal sogar ein Jahr in Haft. In Ägypten, Algerien, Äthiopien, Benin, Eritrea, Guinea, Marokko, Mozambique, Simbabwe, Togo, Tunesien, Oman, Syrien und Usbekistan sogar drei Jahre.
Mit fünf Jahren Haft müssen Menschen mit homosexueller Neigung in Kamerun, Libyen, Malawi, Mauritius, Katar und im Senegal rechnen, in Botswana, Kuwait und Samoa sind es schon sieben Jahre. Bis zu zehn Jahre drohen in Bahrain, Grenada, St. Kitts und Nevis, Palau, Tonga und Jamaika (hier mit schwerer Zwangsarbeit). Ebenfalls zehn Jahre gibt es im Sultanat Brunei, auf den Malediven und in Sri Lanka.
14 Jahre hinter Gitter kommen Homosexuelle in Gambia, Kenia, Tansania, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Sambia, auf den Salomonen, Kiribati und Papua-Neuguinea. In Afghanistan stehen 15 Jahre auf homosexuelle Handlungen, 20 Jahre in Uganda – wobei die Regierungspartei weitere Verschärfungen bis zu lebenslänglicher Haft beziehungsweise Tod plant. 20 Jahre Haft gibt es in Malaysia. Für Schwule sind in Sansibar 25 Jahre Haft angesetzt, 25 Jahre Gefängnis gibt es in Trinidad und Tobago.
Insgesamt steht Homosexualität in 68 Ländern der Welt immer noch unter Strafe: in 29 afrikanischen Staaten, 22 in Asien und jeweils acht in Nord- und Mittelamerika sowie Ozeanien, eines in Südamerika. In sieben Staaten droht lebenslängliche Haft (Sierra Leone, Bangladesch, Myanmar, Singapur, Barbados, Guyana und Pakistan). In sieben droht sogar die Todesstrafe in Nigeria, Somalia (Sharia- Gebiete), Jemen, Saudiarabien und im Iran. Ohne Ausnahme gilt die Todesstrafe in Mauretanien und im Sudan.
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