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Erste Razzia gegen Schwule in der Schweiz

Von Daniel Frey | 9. Juli 2010

Die Website schwulengeschichte.ch erzählt viele eindrückliche Geschichten über die Geschichte von uns Schwulen. So auch über die “Aktion Punkt” der Zürcher Polizei …

In der Nacht auf den 2. Juli 1960 schlug die Polizei in Zürich mit einem Grosseinsatz zu: Bekannte Lokale, die als Schwulentreffs galten, wurden blitzartig überfallen und die anwesenden Gäste in Kastenwagen zur Hauptwache geführt, befragt und registriert. In den Anlagen am Seebecken dauerte es länger, bis alle Gebüsche durchkämmt und die Parkgänger ebenfalls abgeführt waren.

Die Zeitungen berichteten von 174 Eingebrachten und 200 im Einsatz stehenden Polizisten. Der zuständige Stadtrat orientierte an einer Pressekonferenz. Mit wenigen Ausnahmen gab es nur zustimmende Kommentare. “Die Aktion hat überall grosse Genugtuung ausgelöst” stand in der damaligen TAT.

Vorausgegangen war eine beispiellose Pressehetze gegen Homosexuelle und Stricher, welche nach zwei Milieumorden durch minderjährige Strichjungen 1957 begann und sich über die beiden Mordprozesse, wo die Opfer zu Tätern gemacht wurden, mehr und mehr steigerte. Schlagzeilen wie “Zürich, internationaler Treffpunkt von Homosexuellen und Strichern” und Forderungen nach “hartem Durchgreifen” gehörten zum Tenor von Überschriften, Kommentaren und Leserbriefen.

>Details zu heute fast nicht mehr vorstellbaren Ausgrenzungen

Topics: Geschichte | 1 Kommentar »

Ein Kommentar zu “Erste Razzia gegen Schwule in der Schweiz”

  1. Thommen meint:
    21. Juli 2010 at 01:00

    Hallo lieber Daniel! Details zu diesen Vorkommnissen findest Du in dem Büchlein “Probleme der Homophilie” (Th.Bovet, Hg) und auf meinem alten Blog (arcados.ch/old) unter “Homogeschichte” Da finden sich auch zeitgenössische Texte aus der damaligen Presse…

    Ich verfüge übrigens über das grösste Archiv von Berichten über Schwulenmorde in der Schweiz!

    Grüsse, Peter Thommen, Basel

Kommentare