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Gründe für die Faust im Gesicht
Von Daniel Frey | 27. Juli 2010
“Du Opfer!” – “Du Jude!” – “Du Nazi!” – “Bist du schwul?” … Michael Miersch führt auf “Welt online” vier verbale Möglichkeiten auf, um anschliessend dem Gegenüber die Faust ins Gesicht schlagen zu dürfen.
Selbst hartgesottene Schlägertypen treten meist nicht wortlos zu. Der Mensch ist ein kommunikatives Wesen, und auch die, die sich lieber physisch artikulieren, brauchen ein kurzes verbales Vorspiel. Dabei geht es in erster Linie darum, sich selbst einen Grund zu geben, warum den anderen gleich die Faust ins Gesicht schlägt. Am einfachsten und ehrlichsten sei dabei nach Miersch die Ansprache “Du Opfer”, denn dies wird der Betroffene mit Sicherheit gleich sein. “Opfer” als Schimpfwort ist mittlerweile bis auf die Schulhöfe der Gymnasien vorgedrungen und macht dem Schimpfwort “schwul” Konkurrenz.
“Bist du schwul?” ist für Miersch aber die “klassische Ouvertüre zum Schlagen und Treten”. Dabei die Frage “natürlich nicht ernst gemeint”, sondern “rein rhetorisch” gemeint ist. Dabei fallen in die Kategorie “schwul” alle männlichen Wesen, die “Schlägereien vermeiden möchten und mehrere grammatikalisch richtige Sätze hintereinander sprechen können”. Homosexuelle zu verprügeln diene übrigens “der sittlichen Erbauung und stärke die Selbstvergewisserung”. Denn, meint Miersch abschliessend, “man selbst hat ja keinesfalls irgendetwas mit diesen Perversen zu tun” habe.
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